28. Oktober 2011

 

Auch wenn man es noch gar nicht wahr haben will, aber die erste komplette Saison ist vorbei. Gestern ist Flyt aus dem Wasser gekommen und steht nun hoch und trocken ein zweites Mal im Winterlager. Es hat alles gut geklappt, Ruder, Mast und Baum hängen für eine weitere Lackschicht schon zu Hause und auch diverse andere Anbauteile warten auf eine Überarbeitung. Für diesen Winter habe ich mir wieder eine umfangreiche Aufgabenliste erstellt:

 

  • Abziehen und neuer Lackaufbau des Heckspiegels, da sich an einer Stelle großflächig der Lack löst.
  • Neulackieren des Wasserpasses
  • Ausbessern und Lackieren der Scheuer- und der Fußleiste.
  • Überarbeiten der Führung des Schiebeluks.
  • Überarbeiten des Schwertes (es klappert ohne seitliche Führungsleisten).
  • Im Innenbereich Fehlstellen überarbeiten.
  • Einige Spanten leimen.
  • Lackieren diverser Bodenbretter und andere Anbauteile
  • Lackieren von Mast und Baum
  • Anstrich Unterwasserschiff mit Antifouling.
  • Anstrich Rumpf mit Epifanes-Lack.

 

Wie man sieht, wird es auch diesen Winter nicht langweilig…

 

 

04. Dezember 2011

 

Draußen ist es regnerisch und kühl, sodass die Arbeit im Keller in dieser Jahreszeit genau das Richtige ist. Die Scheuer- und Fußleiste habe ich im warmen Herbst noch ausbessern und dreimal lackieren können. Somit fehlen dort nur die abschließenden Endanstriche. Dabei sind mir die Zierleiste an Deck aufgefallen, die mittschiffs vom Bug bis zum Mast und im Heckbereich verlaufen. Letzten Sommer habe ich einige wenige Stellen nur kurz ausgebessert. Nun löste sich der Lack aber ebenfalls an mehreren Stellen. Das Flickwerk kann man sich auf Dauer nicht ansehen. Also wurden sie kurzerhand heruntergenommen. Vorsichtig konnte ich die genagelten Leisten mit einem Stechbeitel lösen. Im abgebauten Zustand geht das Abziehen und Neulackieren dann doch besser von der Hand. Auch Ruderkopf und Pinne lechzten nach einem neuen Farbaufbau. Somit kamen zu den ersten Bodenbrettern gleich weitere Lackieraufträge hinzu.

 

  

Vorher                                                                                                                         Nachher (noch ohne Lack)

 

Zierleisten, Pinne und Ruderkopf

 

 

 21. Januar 2012

 

Angeregt durch einen Beitrag im Segeln-Forum habe ich nebenbei begonnen, einen Pinnenausleger zu bauen. Mit der Hilfe meines Schwiegervaters haben wir aus Resten von Afzelia- und Fichtenleisten mehrere Schichten an die leichte Krümmung der Pinne angepasst und zusammengeleimt. Ich bin gespannt, wie er nach dem Schleifen und Lackieren aussehen wird.

 

 

 

 

 13. Februar 2012

 

Nach dem Schleifen kommt die unterschiedliche Farbe der Hölzer gut heraus. Ich benötige erst noch den Beschlag, bevor ich mit dem Lackieren beginnen kann. Dies sollte dann bis zum Frühling der letzte Pinselstrich sein. Dann wartet nur noch der Rumpf auf seinen Anstrich. Alle Bodenbretter, Sitzbänke, Leisten und Türen sind nun auch endlich fertig und warten in der Garage auf wärmeres Wetter...

 

 

 

 

 18. Februar 2012

 

Im letzten Sommer habe ich in Holland mit einem Gaskocher für das leibliche Wohl gesorgt. Hat gut geklappt, geärgert habe ich mich aber darüber, eine zweite Brennstoffsorte neben Petroleum für die Lampe nutzen zu müssen. Seitdem habe ich mit einem Peroleumkocher geliebäugelt. Dieser was mir aber bisher zu teuer. Letzte Woche bin ich dann über eine Kleinanzeige im Segelforum gestolpert. Dort verkaufte jemand günstig einen gebrauchten Optimus 155. Dieser wird nicht mehr hergestellt, ist aber unverwüstlich und bei richtiger Benutzung sicher und einfach in der Nutzung. Gestern kam das Paket an. Ein Brenner funtkionierte beim ersten Versuch ohne Schwierigkeiten, am anderen Brenner müssen ein paar Kleinigkeiten instand gesetzt werden. Ich habe den Optimus einmal komplett demontiert und von den Resten der letzten Jahrzehnte befreit. Nun werden neue Dichtungen bestellt und dann wird auf dem nächsten Törn stilecht auf Petroleum gekocht.

 

 27. März 2012

 

Das Instandsetzen des Optimus-Kochers gestaltet sich doch schwieriger, als gedacht. Mit den Ersatzteilen habe ich ihn aber auf jeden Fall gut ans Laufen bekommen. Beide Brenner funktionieren wieder. Einer der beiden Brenner hatte einen kleinen Riss, den ein befreundeter Heizungsbauer hartgelötet hat. Es ist gar nicht so einfach jemanden zu finden, der heutzutage noch hartlötet. Es wird alles nur noch gepresst... Auch ist eine Leitung der Vorheizung am Tank undicht geworden. Mein Schwiegervater schaffte mit einer unkonventionellen aber wirksamen Lötaktion Abhilfe. Leider funktioniert die linke Vorheizdüse noch nicht. Hier muss ich derzeit mit Spiritus vorheizen, um den Brenner zu starten. Aber der Störung komme ich auch noch auf den Grund!

 

 

Der Pinnenausleger hängt schon am Beschlag und ist fertig lackiert. Ich werde ihn erst auf die Pinne montieren, wenn diese wieder am Ruder auf dem Boot hängt. So kann ich am besten den exakten Montageort festlegen. Der Baum hängt ebenfalls fertig lackiert unter Carport. Eine weitere Baustelle ist der Mast. Nachdem im letzten Jahr die Befestigungslöcher rott und doll gedreht waren, habe ich es mit einer Reparatur mittels Rampamuffen versucht. Dies hat bei mir nicht funktioniert. Die Muffen hatten eine schlechte Qualität und waren zum Teil korrodiert, es war trotz sorgfältigem einkleben Wasser am Gewinde entlanggelaufen und somit hat das Holz weiter Schaden genommen. Angeregt durch einen Vortrag auf der Messe Boatfit in Bremen habe ich nun angefangen, die Beschläge mit Epoxy neu einzukleben. Dazu habe ich die rotten Stellen ausgebohrt, die Löcher mit angedicktem Epoxy aufgefüllt und den Beschlag mitsamt Schrauben flächig geklebt. Um die Schrauben später irgendwann lösen zu können, habe ich sie zuvor mit Trennwachs bearbeitet. Den Lümmelbschlag habe ich heute fertig bekommen, der Beschlag für die Stagen kommt demnächst dran. In dem Zusammenhang konnte ich den Mast gleich fürs spätere Lackieren anschleifen. Es sind ja bald Osterferien...

 

 

 

06. April 2012

 

Flyt steht wieder unter unserem Carport und die Frühjahrsarbeiten am Boot selber können beginnen. Nach einer ersten Rundumsicht stellte sich Frust ein. Eigentlich könnte ich den ganzen Sommer am Boot arbeiten, immer wieder finden sich Ecken und Kanten, die nach einer Überarbeitung schreien. Nach Abbocken im Winterlager, Transport und Aufstellen zu Hause habe ich heute immerhin noch eine Schadstelle am Unterwasserschiff angefangen zu überarbeiten. Die restliche Zeit ging fürs Reinigen und die Durchsicht drauf. Ein Notizbuch musste helfen, die anstehnden Aufgabe zu sortieren.

Gleichzeitig mit der Schadstelle bekommt das Ruder noch mal einen neuen Aufbau des Unterwasserbereiches. Nie wieder werde ich mich über Herstellerangaben hinwegsetzen. Bei der letzten Überarbeitung habe ich mich nicht an das Überstreichintervall zwischen Primer und Antifouling gehalten. Das Ergebis konnte ich dann in diesem Winter sehen: abgeplatzte Farbe! Also alles nochmal von vorne.

 

Die Aufgabeliste vom Oktober ist inzwischen mindestens doppelt so lang. Einige Aufgaben werden also mal wieder bis zum nächsten Jahr warten müssen. Schließlich will ich mit dem Boot auch irgendwann ins Wasser. Wie fragte meine Frau noch jüngst: "Segelst du eigentlich auch irgendwann...?"

 

 

 

 

 

07. April 2012

 

Die erste große Arbeit am Rumpf hat heute begonnen. Der Heckspiegel steht nun ohne schützenden Lack da. Im Larsson steht zwar, man soll sparsam mit dem Abziehen von Holzbooten sein, schließlich geht damit immer mehr vom Boot verloren. Hier musste es aber sein. Der Lack löste sich an mehreren Stellen fast von ganz alleine, ohne dass ich Heißluft zu Hilfe nehmen musste. An anderen Stellen saß er aber so bombenfest, dass ich erst die Dosierung üben musste, um keine Brandflecken zu hinterlassen. Das hat nach einer gewissen Zeit auch geklappt. Zufrieden bin ich mit der Entscheidung, für den Abzieher lieber einen Euro mehr ausgegeben zu haben. Das Gerät von Sandvick/Bahko liegt perfekt in der Hand und lässt sich ohne Flattern über das Holz führen. Ich hatte schon nach dem Abziehen eine glatte Oberfläche, die mir das Schleifen hinterher sehr erleichtert hat. Allerdings ließ sich eine wechselnde Qualität in den Holzplanken erkennen. Eine Planke war ziemlich weich und faserig und man musste beim Abziehen höllisch aufpassen, keine Riefen reinzureißen. Nach anderthalb Stunden war die Arbeit getan und der letzte Schliff nach dem Wässern hat eine glatte und gut zu lackierende Oberfläche hinterlassen. Wenn es nächste Woche wärmer wird, gehts an den Primer für den Wasserpass und später an den Klarlack.

 

   

Abziehen                                                                                          Gewässert und Schlusschliff

 

 

15. April 2012

 

Das Wetter ist für die letzten Taten am Boot doch wirklich zum heulen. Einstellige Temperaturen tagsüber, nachts sogar bis in die Minusgrade und dann noch Nass von oben und aus der Luft. Typischer April halt... Nur leider komme ich so mit den abschließenden Lackierungen nicht weiter. Hoffentlich hat mein Verein bald ein vernünftiges Winterlager mit geheizter Kabine! Das wär ein Luxus.

 

Trotzdem habe ich in der vergangenen Woche einiges geschafft. Die Ziergöhl hat wieder seinen Goldstreifen, das Unterwasserschiff ist gestrichen, die Macke im Bug durch den Rempler im Sommer ist aufgearbeitet, der Wasserpass ist neu lackiert, einige Spanten sind neu geleimt, der ganze Innenraum ist wieder gestrichen, das Ruder ist komplett fertig, weiße Baumarkt-Haken im Innenraum sind gegen Messinghaken gewechselt und ich habe ein Führungsbrett zum Kranen (das Boot kippte leicht setlich weg) gebaut. Es fehlt jetzt eigentlich nur noch eine zusätzliche Lackschicht auf der Fuß- und Relingsleiste und dann die abschließende Lackierung des gesamten Rumpfes.

 

Wäre da nicht noch eine neue Baustelle, die ich gestern gefunden habe. Zwischen Mastfuß und Aufbau befindet sich auf meinem Boot eine Halterung für den bisherigen Klappdraggen. Beide Mahagoniblöcke verloren aber ihre schützende Lackschicht. Einer der beiden Blöcke wurde zudem in seiner Verschraubung locker. Also wollte ich sie abschrauben, überarbeiten und neu montieren. Der Block auf der Backbord-Seite war nicht direkt auf das Deck geschraubt, sondern auf eine kleine Platte montiert und diese dann mit dem Deck verschraubt worden. Nach der Demontage wusste ich auch, warum. Die alte Verschraubung war anscheinend rott und so hat einer der Voreigner diese Stelle mit Hilfe der Platte und einer flexiblen Dichtmasse versucht abzudichten. Leider nur mit mäßigem Erfolg. Das Sperrholz ist rundherum angegriffen und bei der Demontage ist ein Stück der oberen Lage mit hochgekommen. Ich werde das alte Loch und die Schadstelle mit Epoxy ausgießen und dann den Block wieder mit der Platte aufschrauben. Dann kann auch keine Feuchtigkeit mehr ins Sperrholz eindringen und die Lagerblöcke für den Anker sind wieder beide ohne Mühe fürs Lackieren zu demontieren.

 

 

 

 

 

06. Mai 2012

 

Hiermit erkläre ich das diesjährige Winterlager beendet! Ich habe auch keine Lust mehr, irgendetwas am Boot zu machen und die Familie zeigt mir so langsam die rote Karte. Es hat alles wesentlich länger gedauert, als gedacht. Da muss nächstes Jahr anders werden...

 

Die letzten Arbeiten habe ich heute vollbracht. Die Schadstellen am Deck haben wieder weißen Lack, alle Beschläge sind montiert und auch der Pinnenausleger hat seinen Platz gefunden. Nun muss nur noch das Schwert am Dienstag in seinen Kasten zurück und wenn alles passt, geht es Mittwoch endlich wieder ins Aaseewasser. Ich bin gespannt. Ab sofort gehts auf der neuen Seite in 2012 weiter.