Die Arbeiten warten.

  • Aufbau außen lackieren
  • Lukenführung überarbeiten
  • Unterwasserschiff streichen
  • Rumpf lackieren
  • Plankenriss an Steuerbord bearbeiten
  • kleinere Macken überarbeiten
  • neues Schinkenbrett für den Steuermann bauen und lackieren

 

04. November 2012

 

Eigentlich sollte das Unterwasserschiff längst fertig sein. Aber draußen ist es kalt und nass, die passende Farbe ist noch nicht da und somit steht Flyt unverrichteter Dinge seit 14 Tagen unter dem Carport und wartet auf erste Ergebnisse im Winterlager. Heute habe ich mich dann doch aufgerafft und mit den Arbeiten begonnen.

 

Als Motivationsschub musste als erstes eine Abeit her, die sichtbar Ergebnisse zeigt und nicht so eine Fummelarbeit ist. Also habe ich mich daran gemacht, das Schiebeluk auf seiner Oberseite von der Lackschicht zu befreien. Eine große Ecke des Luks und mehrere kleinere Stellen waren nachträglcih bearbeitet worden und sahen nicht wirklich schön aus. Erste schwarze Stellen zeigten sich und somit machte es Sinn, den Lack einmal ganz abzuziehen und neu aufzubauen. Mit dem neuen, gebrauchten Excenterschleifer ging die Arbeit zügig voran und hat richtig Spaß gemacht. Das Ergebniss ist eine perfekte Obefläche, die nun auf die erste Lackschicht wartet.

 

 

Motiviert durch das gute und schnelle Ergebniss habe ich mich dann direkt an die Demontage der Führungsschienen gemacht. Beide Leisten habe etliche Fehlstellen und sind nicht mehr durch einfaches Ausbessern zu retten. Also müssen die von unten angesetzten Schrauben gelöst werden. Die Hälfte der Schrauben ist nur durch das Sperrholzdeck geschraubt und frei zugänglich. Die andere Hälfte versteckt sich in einer anderen Leiste und ist der Optik wegen verpfropft. Also musste ich das erste Mal solche Propfen rausprokeln, die Schrauben lösen, um sie später zur Monrtage wieder neu zu verpropfen. Der erste Schritt klappt erstaunlich gut und auch das Lösen der Schrauben mit der inzwischen bewährten Leier  funktioniert klasse. Als ich die Leier das erste Mal bei meinem Schwiegervater im Werkzeugschrank gesehen habe, musste ich unwillkürlich grinsen und habe mit keine Einsatz in der heutigen Zeit vorstellen können. Inzwischen ist dies zu meinem Lieblingswerkzeug für alle möglichen Aufgaben geworden und ich möchte die Knarrfunktion nicht mehr missen. Nur eine Schraube bricht in der Folge ab, die ich später aber auf Umwegen doch lösen und entfernen kann. Nach zwei Stunden liegen die beiden Leisten vor mir und verlieren anschließend auch ihre Lackschicht. Nächste Woche gehts ans Lackieren...

 

 

 

10. November 2012

 

Weiter geht es an der Lukenführung. Nachdem ich die alten Lackkanten weggeschliffen habe, stieß ich doch noch auf das alte Leinentuch, dass zumindest auf dem Kajütdach existiert. Als mir im Sommer der Vorstagbeschlag mit samt der obersten Sperrholzschicht ausgerissen war, konnte man dort kein Leinentuch mehr entdecken. Ich vermute, dass das Deck schon einmal neu gemacht wurde.

 

Anschließend habe ich die Zierleisten auf dem Vor- und Achterdeck ein zweites Mal abgenommen. Im letzten Jahr habe ich diese einmal komplett abgezogen und den Lackaufbau neu gemacht. Beim Montieren habe ich leider nur billige Stifte genommen, die bereits nach einer Saison vergammelt waren. Also mussten die Leisten wieder runter, um sie überarbeitet mit neuen Edelstahlstiften zu montieren. Da ich schon dabei war, wurde auch gleich der Beschlag für einen Wrigg-Riemen am Heck abgeschraubt. Wie vermutet hatte der Voreigner diesen satt in Silikon montiert. Was aber dann zum Vorschein kam, war doch mehr als nur ein paar Silikonreste. Obwohl der Beschlag auf einem Holzblock montiert wurde, schaute der Dollen-Zapfen ein Stück weit darunter raus. Dieser wurde mit einem Forstnerbohrer von oben in den Heckbalken gebohrt. Anscheinend hat es dafür zwei Versuche gebraucht. Das erste Loch wurde unter einer Deckplatte verdeckt mit Silikon ausgespritzt. Inzwischen hatte sich natürlich einiges an Wasser zwischen Holz und Silikon gesammelt und entsprechend rott ist die Stelle, nachdem ich das Silikon rausgeprokelt habe. Hätte ich den Beschlag wegen Nichtnutzung nicht dieses Jahr zufällig abgeschraubt, wäre mir der ganze Heckbalken an dieser Stelle weggefault. Nun werde ich im Frühjahr nach dem Trocknen das beschädigte Holz wegnehmen und einen Holzpfropfen beachtlicher Größe einleimen müssen.

 

Das Unterwasserschiff und das Ruder haben heute den neuen Anstrich bekommen. Diese Arbeit muss ich im Frühjahr schon einmal nicht mehr machen. Eine Lösung für mein Problem des Fockfalls habe ich nun hoffentlich auch gefunden. Bei einem neuen Ausrüster hier in Münster habe ich nach ausführlicher Beratung einen kleinen Block gefunden, der mit Hilfe eines Dyneema-Loops im Topbeschlag der Wanten befestigt wird. Damit sollte sich das Problem mit dem Wirbel der Reffanlage gelöst haben.

 

Klasse, dass es endlich auch in Münster die Möglichkeit zum Bummeln beim Händler gibt. Mitten im Binnenland und in einer Stadt mit nur einer kleinen Pfütze als Gewässer gibt es nun mit For-Sail einen durch vielfältige Bestellmöglichkeiten gut sortierten Ausrüster. Ich wurde freundlich und kompetent beraten und ein Fehlkauf wurde sehr kulant geändert. Dort werde ich wohl in nächster Zeit häufiger anzutreffen sein.

 

 

21. November 2012

 

Gestern habe ich Flyt in die Halle vom Verein gebracht. Abgedeckt wartet das Boot nun auf den Transport zum Bootsbauer. Der Riss zwischen zwei Planken auf der Steuerbordseite sieht inzwischen zwar nicht mehr ganz so wild aus, muss aber doch bearbeitet werden. Außerdem möchte ich gerne eine zweite Meinung wegen der Löcher im Deck am Heck haben und auf dem Vorderdeck gibt es auch ein verstecktes Leck. Also noch genug zu tun!

 

Zwischenzeitlich träume ich ein bisschen von der kommenden Saison. Als Zugabe habe ich dafür noch einige Bilder von den letzten Segeltagen auf dem Aasee erhalten...

 

 

16. Dezember 2012

 

Nachdem uns der Jockel dieses Jahr so zuverlässig von Laboe nach Arnis gebracht hat, soll er in diesem Jahr auch einen besonders intensiven Service bekommen. Wie gut, dass ich nicht noch ein Jahr gewartet habe. Ein Flügel des Impellers hing nur noch am seidenen Faden und hätte sehr wahrscheinlich in den nächsten Betriebsstunden seinen Geist aufgegeben. Unter Umständen wäre es das dann mit der Kühlung gewesen...

Da ich den Service an einem Außenborder selber das erste Mal mache, war schon klar, dass es Ärger geben wird. Zuerst sind mir zwei Gehäuse-Schrauben am Schaft abgerissen. Diese saßen vollkommen korrodiert in ihren Gewinden und waren zu nichts zu überreden. Da ein Rankommen aber fast unmöglich war, habe ich doch einen Profischlosser dran gelassen, der mit einem Dremel in mühevoller Kleinarbeit die Schraubenreste herausgeprokelt hat.

Frohen Mutes sollte es nun weitergehen. Leider bewegt sich das Getriebegehäuse keinen Millimeter aus seiner Lage. Mit Hilfe einiger guter Tipps aus dem Segel-Forum hat es dann doch geklappt. Nachdem ich einen ganzen Tag immer wieder etwas Öl an der Welle habe herunterlaufen lassen, konnte ich sie schließlich mit etwas mehr "Überzeugungskraft" aus dem Schaft ziehen. An dem Wellenkopf befand sich wider Erwarten überhaupt kein Fett, es war nur das ölige blanke Metall zu sehen. Korrosion war ebenfalls nicht zu finden. Dafür sind auf der Welle, wo sie in Buchsen geführt wird, einige unsaubere Stellen. Aber alles nichts Wildes, das bekomme ich nun gut selber hin.

 



Der Impeller war dann schnell getauscht und der Rest wieder zusammengebaut. Falls dies jemand fürs Nachahmen lesen sollte: Denkt dran, dass im Schaft durch das Ölen noch Öl ist. Das klingt banal, aber wenn man nicht dran denkt, hat man die ganze Sauerei hinterher auf der Werkbank. Glücklich und stolz vergisst man so etwas beim Wiederaufrichten des Außenborders leicht.  Das dauert dann länger beim Saubermachen, ich weiß das jetzt... 

 

27. Dezember 2012

 

Das wird diesesmal ja schon fast langweilig. Die letzten Lackarbeiten für die Winterzeit sind vorbei. Mit dem Schiebeluk, den Führungsleisten, einer Überarbeitung der Decksleisten und der Wiederherstellung des Standers sind alle Arbeiten erledigt. Nun kann es erst weitergehen, wenn die Temperaturen draußen stabil für die Arbeit direkt am Boot sind. Wobei wir in diesem Jahr an Heiligabend mit 12°C ja nicht weit davon entfernt waren...

 

 

Sollte in der nächsten Zeit doch noch mal so eine lauwarme, windarme Winterzeit kommen, kann ich mich schon an den Mast wagen und ihm eine neue Lackschicht verpassen. Dann wäre auch die Arbeit schon erledigt. Mal schauen, was dieser "Winter" noch so alles mit sich bringt?!

 

06. Januar 2013

 

Weiter geht es mit dem beim letzten Deutschlandcup verlorenem Schinkenbrett. Das alte dümpelt noch irgendwo im Steinhuder Meer und wartet auf einen ehrlichen Finder...

Aus einem Restholzbalken (im Hintergund, Holzart unbekannt) habe ich mir die Leisten gesägt, gehobelt und geschliffen. Im Bild sieht man die verschiedenen Zwischen-Stufen. Die Leiste vorne ist nun fertig und wartet auf das erste Wässern, damit die sich aufstellenden Fasern gebrochen werden können. Ich möchte nämlich mit einer Mahagonie-Beize dem Farbton etwas auf die Sprünge helfen...

 

 

16. Februar 2013

 

 

Es macht Spaß, wenn man sich immer mehr selber zutrauen kann und noch weniger von einem Bootsbauer abhängig ist... An diesem Wochenende habe ich an einem Bootsbauseminar des Freundeskreises klassischer Yachten teilgenommen. Die Bootsbauer Uwe Baykowski und Georg Wawerla zeigten 20 Teilnehmern aus allen Teilen Deutschlands diverse Kniffe und Tricks, wie man mit eigenen Mitteln zu guten Ergebnissen am eigenen Boot kommt. Bei der Betrachtung einiger Bilder und den Berichten der anderen Teilnehmer mit ihren vielen verschiedenen Schiffen, Projekten und Problemen wurde mir klar, was für ein Glück ich mit dem Kauf meines Bootes hatte. Ohne wirkliche Kenntnisse einer guten Beurteilung habe ich doch ein Boot in einem guten Zustand gekauft. Meine Probleme sind verglichen mit den Problemen einiger anderer doch eher kosmetischer Art…

Angefangen von den Bestandteilen eines Bootsrumpfes, über die verschiedenen Bearbeitungsmöglichkeiten bis hin zu Farb- und Klebetechniken war für einen Besitzer eines Holzbootes alles dabei. Die Veranstaltung hat mir Mut gemacht, die beiden jetzigen Baustellen Plankenfugenriss und das Loch im Heck selber zu beheben. Eigentlich wollte ich da ja einen Profi ran lassen. Da sich ein Termin bisher aber nicht ergeben hat, wird es jetzt meine eigene Baustelle.

Auch wenn in den kommenden Jahren mal ein Spant ausgewechselt werden muss, habe ich nun die nötigen Hilfen bekommen, um selber die Form abzunehmen, zu dämpfen oder aufzulamellieren. Ich kann nicht sagen, dass ich mich auf so eine Art der Reparatur freue, aber ausprobieren möchte ich es schon…

 

 

 

 

04. April2013

 

 

Erst will der Winter gar nicht anfangen und rund um Weihnachten sind noch frühlingshafte Temperaturen. Und nun nimmt er einfach kein Ende. Nachts herrschen Minusgrade, tagsüber wird es auch nicht wärmer als 4°C. Bei diesen Temperaturen kann ich leider noch nichts am Boot machen. Noch immer steht es hoch und trocken in der Halle. Eigentlich wollte ich fertig sein und Flyt wieder zu Wasser lassen. Das wird aber in den nächsten Tagen noch nichts. Mal sehen, wann der Frühling endlich kommt und ich neue Bilder einstellen kann...