05. November 2013

 

Der Start des diesjährigen Winterlagers mit seinen ersten Arbeiten erfolgte nun doch schneller und spontaner als zunächst gedacht. Während des Sommertörns sprach mich wie im Sommerbericht berichtet in Schleimünde ein anderer Segler auf meine Hansajolle an. Er sinnierte über den Pflegezustand des Bootes und erkundigte sich nach meinen eigenen Arbeitsanteilen. Beim Hinweis, den Rumpf selber lackiert zu haben, kam zu mindestens ein anerkennendes Nicken zurück. Nachdem ich anschließend sein Boot gesehen hatte, konnte ich seine vornehme Zurückhaltung nachvollziehen. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ist seit etlichen Jahren im Besitz des Schiffes Arvon, einem englischer Kutter aus dem Jahr 1884. Er hat das Schiff von Grund auf selbst restauriert und dafür den diesjährigen Restaurierungspreis des FKY erhalten. Er betreibt seine eigene Werft in Balje im Kehdinger Land und hat im Laufe der Zeit schon etliche Hansajollen unter seinen Fittichen gehabt. Wir hatten dort in Laboe sehr nette und interessante Gespräche und ich hatte mich mit meinem Boot bei ihm für diesen Winter angemeldet.

 

Auf einen Tipp von ihm habe ich mich dann schließlich mitsamt Familie zum Herbsturlaub in einem idyllischen Ferienhaus in direkter Nachbarschaft eingemietet und ihm meine Hansajolle zur genaueren Bestandsaufnahme und für nötige Reparaturen vorbei gebracht. Spannend, was zusammen mit Detlef bei einer genaueren Inspektion des eigenen Bootes so alles zu Tage kam. Er konnte mir etliche sehr hilfreiche Tipps geben, den Augenmerk auf bisher nicht bekannte oder nicht beachtete Details lenken und mir einen Arbeitsplan für die nächsten Jahre mit auf den Weg geben. Alleine dafür hat sich die Anreise aus Münster schon gelohnt…

 

Einige Arbeiten erledigte Detlef sofort. So sind die Risse zwischen den Planken im Überwasserschiff und das undichte Deck endlich Vergangenheit, der im letzten Jahr ausgerissene Vorstagsbeschlag vernünftig wieder eingesetzt und erste rotte Stellen im Sperrholzdeck überarbeitet. Weitere Arbeiten für die Zukunft haben wir abends bei einem Glas Wein und einem sehr netten Schnack direkt vereinbart. Bei den Planungen konnte man merken, dass Detlef mit vielen Hansajollen seine Erfahrungen gesammelt hat und die möglichen Schwachstellen und deren Bearbeitung genau kennt. Für mich als Laien kommt mir sein Angebot sehr recht, unter seiner professionellen Anleitung in Zukunft das Boot weiter zu erhalten.

 

Der von ihm in einer kurzfristigen Aktion lackierte Rumpf gleicht nun eher einem Spiegel, als einem aus mehreren Holzplanken zusammengefügtem Gebilde. Da werde ich noch einige Jahre üben müssen, um bei der nächsten Begegnung auf dem Wasser mehr als ein vornehm anerkennendes Nicken zu erhalten... Dafür muss ich in diesem Winter jetzt nur noch einige Ausbesserungen an der Scheuerleiste und der Fußleiste erledigen und bin dann wieder bereit zum Einkranen!

 

  

 

 

03. Januar 2014

 

Draußen ist es ungemütlich, nass und für Januar eigentlich auch viel zu warm. Gibt es da Schöneres, als im Keller zu verschwinden und Lackierarbeiten zu erledigen? Die Bodenbretter haben zwar noch genügend Lack drauf, an einigen Stellen sind aber doch Kratzer und Risse. Also kommt einfach eine neue Schicht als Schutz darüber. Schließlich haben sie einiges auszuhalten und werden regelmäßig "mit Füßen getreten"...

 

 

Dabei ist mir dann erst aufgefallen, dass eine Bohle komplett durchgebrochen ist. Das muss bei einem der etwas härteren Aufprallern während der GermanClassics entstanden sein. Ich habe das betroffene Stück ausgebaut und bei Mario Glade gleich ein passendes neues in Auftrag gegeben.

Auch die Zierleiste war ja gebrochen, geflickt und mehrfach überarbeitet. Nun hat mir im Herbst Detlef eine komplett neue hergestellt, die nun mit den letzten Lackschichten versehen wird und bald wieder aufs Deck kommt. Mein Ziel dieses Jahr ist es, Ostern mit dem Boot im Wasser zu sein. Dafür brauche ich nur noch einen günstigen Termin für das Streichen des Unterwasserschiffs.

 

  

 

 

 

31. Januar 2014

 

Eigentlich kann das Winterlager mit dem heutigen Tage geschlossen werden. Das letzte Bauteil ist fertig lackiert, das Boot soweit auch, das Wetter ist und bleibt für den Winter zu mild... Fehlt nur noch der neue Kran bei uns im Club und es könnte losgehen.

 

Das Ruder blieb noch für den Schluss. Nun sind es nur noch ein paar Kleinigkeiten am Boot. Ein paar Risse im Bilgenlack überarbeiten, das Holzbrett im Mastfuß streichen, die Süllkante lackieren... Alles in allem vielleicht ein Wochenende.

 

 

 

02. März 2014

 

Mit den letzten Arbeiten am Boot konnte ich heute schon beginnen. Das Wetter ist Anfang März bereits so mild, dass ich die Fehlstellen in der Fußleiste schleifen konnte und morgen anfangen werde, den Lack an diesen Stellen wieder aufzubauen. Wenn das so weiter geht, wird dies der früheste Krantermin, den ich mir vorstellen kann. Ich bin gespannt, wie weit ich in den nächsten Tagen komme.

 

   

 

Für ein anderes Problem habe ich nun auch endlich eine Lösung gefunden. Ich hatte bisher noch keinen Ausbaumer, um das Vorsegel bei wenig Wind in Stellung halten zu können. Ich habe schon überlegt, mir einen selber aus Holz zu machen, fand die Messing-Beschläge aber zu teuer. Außerdem hätte ich dann wieder einen zusätzlichen Gegenstand an Bord gehabt. Auf einem kleinen Boot muss halt alles multifunktionell sein. Also habe ich einen einfachen und preiswerten Bootshaken erstanden. Am unteren Ende habe ich den Gummigriff eingeschnitten und ein passenden Beschlag eines Spibaums eingepasst. Diesen kann ich nun an den beiden Ringen des Mastbolzens einhängen. Mit dem Bootshaken kann ich auf der anderen Seite dann in den Softschäkel am Schothorn des Vorsegels ansetzen. Den eigentlichen Bootshaken habe ich demontiert und werde diesen mit Hilfe eines 1/4 Zoll Gewindes wieder einsetzen. Damit kann ich zusätzlich den schon vorhandenen Wischmopp mit dem Stiel benutzen. Somit habe ich nun einen Wischmopp-Bootshaken- Ausbaumer...

 

Auch den alten Pinnenfeststeller wollte ich noch anders gestalten. Die Idee mit den Ringen an zwei Gummistropps ist erstmal sehr einfach und funktioniert gut. Aber die Optik am Heck ist doch alles andere als klassisch. Im Forum vom FKY gab mir jemand den Tipp mit Hilfe eines Prusikknotens an einem laufenden Tampen die Pinne festzustellen. Das werde ich diesen Sommer ausprobieren. Den alten Ring-Mechanismus kann ich bei Bedarf ja immer noch wieder anbauen. 

 

  

 

 

Morgen muss dann noch abschließend die Scheuerleiste und die Fußreling eine letzte Lackschicht bekommen. Wenn dann noch alle Beschläge wieder montiert sind, kann Flyt am kommenden Wochenende ins Wasser. Winterlager 2013/2014 abgeschlossen!