So früh wie in diesem Jahr hat es noch nie geklappt. Aber bei dem warmen Winter sind die Voraussetzungen gut. Wenn alles klappt gibt es am kommenden Sonntag das erste Bild vom Kranen...

 

09. März 2014

 

Was für ein Saisonstart! Ich konnte heute mit unserem Gastschüler Gi das Boot ins Wasser heben und einen ersten Schlag auf dem Aasee machen. Bei schönsten Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen hatten wir viel Spaß. Das Boot hat nach dem kurzen und milden Winter kaum Wasser gemacht, sodass wir gar nicht erst mehrere Tage vor dem ersten Schlag warten mussten. Wahnsinn, segeln am 09. März...

 

 

  

 

Flyt ist das erste Boot im Wasser und sieht in dem leeren Hafen ganz einsam aus. Ich bin gespannt, wann die anderen Boot folgen.

 

 

12. März 2014

 

Nach dem Bilderbuch-Frühlings-Start hat auch das Wassern geklappt. Trotz des ersten Segelschlags am letzten Sonntag ist nicht mal ein Eimer Wasser in der Bilge zu finden. Das Leerpützen nach dem Zuwasserlassen war damit schnell erledigt. Leider bin ich trotz des schönen Wetters noch nicht zum weiteren Segeln gekommen. Aber der Frühling kommt ja erst noch...

 

13. Mai 2014

 

In der Zwischenzeit habe ich mich mit anderen Seglern aus meinem Segelclub mal auf einem anderem klassischem Boot umgeschaut. Dies war dann doch ein paar Fuß größer und mit seinem Stahlrumpf auch "etwas" behäbiger, als die kleine Hansajolle. 

Ausgehend vom Gaastmeer fuhren wir mit einer 12 Meter Lemsteraak über Workum und das IJsselmeer nach Makkum. Dort bot der Hafen zu dieser Jahreszeit ausreichend Platz, um in Ruhe verschiedene An- und Ablegemanöver, das Werfen und Belegen von Leinen und die Zusammenarbeit mit mehreren Seglern auf einem zwölf Meter Schiff zu üben. Auch ganz unbekannte Manöver konnten alle Teilnehmer ausprobieren. Insbesondere die Leinenarbeit beim Ablegen war immer wieder überraschend, wenn ein dickes Plattbodenboot auch bei auflandigem Wind auf der Stelle vom Steg gleitet.

Leider ließ der wenig vorhandene Wind am letzten Tag keine weiteren Manöver unter Segel auf dem IJsselmeer zu. Trotzdem kam der gesellige Teil an diesem Wochenende nicht zu kurz und so trennte sich die Gruppe am Sonntag mit vielen neuen Kenntnissen am Sonntag wieder und fuhr zurück ins Binnenland Richtung Aasee. Einen Eindruck zeigt mein kurzes Video.

 

 

 

 

11. Juni 2014

 

Schwere Gewitterstürme überqueren Westdeutschland, das halbe Ruhrgebiet liegt flach. Auch Münster ist von der Gewitterfront stark betroffen und an zwei aufeinanderfolgenden Abenden geht so ziemlich gar nichts mehr. Ich bekomme vom starken Regen und dem Wind nichts mit, da ich die Pfingsttage bei hochsommerlichen Temperaturen und schönstem Sonnenschein mit der Familie in Berlin verbringe. Dort erreichen mich zwei Besorgnis erregende Nachrichten. Meine Schule gleicht eher einer Indoor-Segel-Schule und der Pegel des Aases steigt und steigt. Nette Vereinsmitglieder lösen an allen Booten die Vor- oder Heckleinen, die schon mächtig unter Dampf stehen. Zum Teil muss mit dem eigenen Körpergewicht der Rumpf gesenkt werden, damit man die Festmacher lösen kann.

Bei der Besichtigung am heutigen Tag kam dann aber das Aufatmen. Am Boot ist bis auf ein paar oberflächlicher Kratzer nichts passiert. Das Rigg und die Persenning haben dem Wind stand gehalten und in der Bilge sind weniger als fünf Liter Wasser. Trotz Abwesenheit ist alles wieder gut gegangen...

 

 

 

Ich wusste gar nicht, dass es bei uns am Aasee auch Gezeiten gibt: Hochwasser am Binnensee!

 

 

21. August 2014

 

Dieses Jahr habe ich mir eine Reise in die Boddengewässer rund um Zingst vorgenommen. 1997 waren wir mit der Familie bereits einmal dort und haben uns die Gegend von Land angeschaut. Schon damals wurden wir von Familie Kloss in deren Hafen herzlichst aufgenommen. Wir hatten uns eine Ferienwohnung direkt am Steg gemietet. In Erinnerung an die schöne Zeit habe ich dann in diesem Jahr wieder den Kontakt aufgenommen, da ich von der Möglichkeit des Kranens in diesem Hafen wusste.

 

  

 

 

Da der Wind am ersten Tag zwischen 5bft und 7bft pendelte, habe ich das Boot schön festgemacht und mir den Ort angeschaut. Der Strand ist nach wie vor schön und ich habe einige Stunden lesend und genießend dort verbracht. Der Ort hat aus meiner Sicht aber durch die massive touristische Entwicklung verloren. Ich finde ihn austauschbar mit vielen anderen Orten am Wasser. Es fehlt die Gemütlichkeit, es fühlte sich "glatt gebügelt" an.

 

 

  

 

 Der Wind ließ leider nicht nach, doch ich wollte nun endlich los. Bei der vorherrschenden Windrichtung Ost ging es also dann durch die Meiningenbrücke und den Bodstedter Bodden. Trotz des Binnenseecharakters entstand eine kleine, aber steile Welle und ich hatte bis zum frühen Nachmittag mit gerefftem Groß viel Spaß auf dem Wasser. Im Zickzack habe ich die drei möglichen Häfen von außen inspiziert und mich dann zum Schluss für Weck entschieden. Dies war eine großartige Wahl. Der Hafen ist klein und gemütlich, hat einen kleinen Kiosk und einen sehr schönen Badestrand. 

 

 

  

 

Am Abend kamen drei kleinere Holzboote in den Hafen gesegelt. Wie sich beim späteren Gespräch herausstellte, waren es Netzboote, die früher von Fischern als Arbeitsboot zum Anfahren der Netze genutzt wurden. Die Fischer stellten sie in den Wintermonaten selber her, sodass jedes Boot eigentlich ein Unikat ist. Die Besitzer erzählten mir von einem Treffen der Netzboot-Freunde am Wochenende in Wustrow und luden mich ein, auf der Regatta auf einem ihrer Boote mit zu segeln. Dies nahm ich nur zu gerne an und verabredete mich mit Ihnen. Damit war die Richtung für die nächsten Tage klar. Zuerst ging es durch den Prerowstrom nach Prerow. Am nächsten Tag dann wieder zurück in den Bodden und weiter durch den Koppelstrom und die Borner Bülten in den Saaler Bodden. Erstes Ziel dort war der Hafen von Althagen. Der Hafen mit seiner Nähe zu Ahrenshoop und der fußläufigen Ostseeküste ist häufig voll. So war es auch bei meiner Ankunft. Lieder zeigte sich niemand bereit, mich ins Päckchen zu nehmen oder mal eine Hand beim Anlegen zu reichen. Nach dreimaligen Kreisen im Hafenbecken und dem verkehrten Besuch des Liegeplatz eines Zeesbootes zeigte mir dann ein Einheimischer einen etwas versteckten Platz hinter einem Steg. Dort konnte ich in Ruhe liegen und meine von der doch erstaunlich großen Welle auf dem Saaler Bodden nass gewordenen Polster trocknen. 

 

  

  

 

 

 

Am nächsten Tag war der Weg nach Wustrow nicht weit. Also konnte ich mir Zeit lassen und einen langen Spaziergang unterhalb des Steilufers an der Ostsee entlang machen. Nach einem ausgiebigen Mittagessen mit Räucherfisch aus der Hafenbude ging es dann Nachmittags in vielen Schlägen kreuz und quer über den Saaler Bodden nach Wustrow. Der Willkommensschluck sollte abends im Festzelt erfolgen.

Die Tage in Wustrow waren sehr schön. Die Gemeinschaft mit den Seglern der Netzboote hat viel Spaß gemacht. Die Regatta selber war im Gegensatz zu den Tagen vorher mit sehr wenig Wind gesegnet, sodass es eher einlustiges Treiben um die Tonnen als sportliches Segeln war. Das tat der Stimmung aber keinen Abbruch und noch während der Wettfahrt wurde ein gemeinschaftliches Lied gedichtet und gesungen. Die Rundung von 30 Schiffen gleichzeitig um das Leefass ohne auch nur einen Hauch von Wind wird mir immer in Erinnerung bleiben. Keiner bewegte sich wirklich und man konnte von Boot zu Boot gehen, ohne nasse Füße zu bekommen...

 

  

 

 

 

 

Am Abend wurde gemeinsam im Zelt gefeiert. Höhepunkt war die Beleuchtung der Boote und des Hafens bei toller Loungemusik. Dies ist eine tolle Idee für unser eigenes Hafenfest. Die Anregung ist schon beim Vorstand! An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an die Truppe der Netzboot-Skipper. es hat mir viel Spaß bei euch gemacht.

Einen Tag hatte ich in diesem Urlaub noch zur Verfügung und der sollte in Born enden. Eigentlich wollte ich noch weiter segeln und an Zingst vorbei in die andere Richtung weiter, aber auf Höhe Born zog sich der Himmel bedrohlich zu einem Sommergewitter zusammen, sodass ich mich lieber dort imHafen verkroch. Auch dieser Hafen war klein und gemütlich und ich habe bestens dort gelegen. Zum Abschluss habe ich  dann noch etliche Meilen auf dem kleineren Bodstedter Bodden gesegelt. Die Meiningenbrücke öffnet nur morgens und abends zweimal, sodass ich nur mit gelegtem Mast hindurch gekommen wäre. Dazu hatte ich aber keine Lust und ich bin dann erst abends hindurch. Nach einer letzten Nacht auf dem Boot wurde Flut am nächsten Morgen mit dem Bagger aus dem Wasser gehoben und die Heimreise per Trailer konnte starten.

 

 

 

22. August 2014

 

Segeln mit Alex bei den Hamburger Summer Classics auf seiner Hansajolle.

 

 

Bild mit freundlicher Genehmigung von Christiane Bach