19. Oktober 2014

 

Als erste Arbeit in diesem Winter habe ich mir einen neuen Multifunktionstampen gewünscht. Getreu meinem selbstauferlegtem Motto, dass jeder Gegenstand mindestens zwei Funktionen haben sollte, musste mein Lieblingslieferant Stefan Kaste von for sail die eierlegende Wollmilchsau beim Tauwerk finden.

 

In diesen Sommer habe ich viel zu wenig geankert. Das lag vor allen Dingen an dem unhandlichen Ankergeschirr. Die viel zu schwere und lange Ankerkette musste jetzt endlich einem normal dimensionierten Kettenvorlauf weichen. Aber auch die alte Ankerleine, 20 Meter lang und aus altem, schon fast brüchigem und vor allen Dingen verhärtetem alten Propylen brauchte Ersatz. Gleichzeitig möchte ich sie als langen Festmacher, Wurfleine für das Einhandanlegen und notfalls als Schleppleine nutzen. Dass diese Funktionen nicht wirklich sinnvoll in einer Leine zu vereinen sind, war mir natürlich klar. Letztendlich bin ich bei einem 8mm Bavaria Festmacher der Firma Gleistein gelandet, der die Hauptnutzung Ankern und Anlegen abdeckt. Wirklich handlich und toll anzufassen, in der Größe genau richtig, brauchte sie nun noch an einem Ende ein Auge für den Ankerschäkel. Nun macht der Spleißkurs von vor zwei Jahren endlich Sinn. Die Arbeit mit dem neuen Spleißnadelset war ein Kinderspiel und schnell befand sich das Auge an einem Ende des Tampens. Der D-Splicer funktionierte dabei von allen bisher genutzten Werkzeugen am besten und machte auch bei dem jetzigen Tauwerksdurchmesser einfach nur Spaß. Danke Stefan für den guten Tipp!

 

  

 

 

Auch das neue (alte) Fall fürs Vorsegel konnte ich bei Stefan wieder instandsetzen. Nachdem ich nun zwei Jahre mit einem Dyneema-Vorlauf das Vorsegel gesetzt habe, möchte ich wieder den alten Drahtvorlauf nutzen. Beim Einrollen der Fock wickelte sich die Dyneemaleine jedesmal um das Vorstag und verhinderte damit das einfache Bedienen. Mit dem Drahtvorlauf und einer geänderter Aufhängung des Blocks am Mast soll das in Zukunft nicht mehr passieren. Da ich den Draht vor zwei Jahren abgekniffen habe, suchte ich nun jemanden, der mir in den alten Draht eine Kausch einpresst. Aber wider Erwarten gibt es in ganz Münster keine Firma, die diese Arbeit übernehmen kann. Niemand scheint eine Presszange zu haben. Auch hier konnte mir Stefan helfen, der nun eine passende Zange, die entsprechenden Presshülsen und Kauschen vorrätig hat.

 

27. März 2015

 

Lange habe ich nichts mehr geschrieben. Der letzte Eintrag stammt aus der Zeit, als das Boot aus dem Wasser gekommen ist. Dies hat einzig und allein nur den einen Grund: ich habe nichts gemacht. Diesen Winter war ich richtig faul! Das Boot steht gut verpackt im Winterlager und wird morgen heraus geholt. Anschließend werde ich den Trailer hinters Auto spannen und an die Elbe zu Detlev fahren, um einige Baustellen bearbeiten zu lassen. Danach geht es in diesem Jahr zu einem festen Liegeplatz an die Schlei.

 

Als einziges Arbeitsbild bleibt deswegen das Lackieren einiger kleiner Bauteile. Mal schauen, was bei Detlev sonst noch alles gemacht werden muss...

 

 

 

03. April 2015

 

Flyt ist wieder bereit für die neue Saison. Es ging alles schneller als gedacht. Die Winkel zwischen Wrangen und Schwertkasten sind ersetzt, die Fehlstellen an der Fuß- und Scheuerleiste sind überarbeitet und verschwunden. Auch ein neuer Lümmelbeschlag ist entstanden, nachdem klar war, dass ich die ganzen Jahre mit einem unvollständigen Beschlag die Aufnahme am Baum beschädigt habe. Viele kleine Dinge haben sich nun erledigt und ich freue mich auf die Zeit an der Schlei. Nächste Woche gehts ins Wasser und das Segeln kann beginnen...

 

Auf dem Bild ist das Unterwasserschiff bereits fertig, nur der geschliffene Rumpf wartet noch auf seinen Lack.