Ansegeln

Dieses Jahr geht die Segelsaison erst spät los. Obwohl das Boot bereits seit drei Wochen im Wasser liegt, bin ich noch nicht zum Segeln gekommen. Am Pfingstwochenende bin ich parallel mit einem befreundet Segler mit seinem Klassiker nach Glückstadt gefahren. Das liegt von der Oste eine Tagestour entfernt. Mit auflaufendem Wasser, nördlichem Halbwindkurs und warmer Sonne war es ein entspannter Start. Der Wind nahm leider im Verlauf ab, sodass phasenweise nur die Tide fürs Vorwärtskommen verantwortlich war. Glückstadt ist wie immer sehr nett und das Essen im „Kleinen Heinrich“ sehr lecker. Am nächsten Tag ging es bei östlichen und damit vorrangig achterlichen Winden zurück Richtung Oste. In der Mündung kam mir dann Dieter Tim im Motorboot entgegen, der eine Ehrenrunde um die Hansajolle fuhr. Jahrelang war die Nr. 171 sein Eigentum und er ist ein Urgestein der Klasse.

Winterarbeiten 2022

Nachdem ich im letzten Jahr die Bilge im Cockpit von den alten Farbschichten befreit habe, sollte in diesem Jahr der Rest dran sein. Die Farbe zwischen Wrangen und Spanten im engen Aufbau zu entfernen, war ein unbequemes Arbeiten. Zusammengekauert und zwischen den Aufbauwänden eingekeilt und durch die Heißluftpistole ordentlich aufgeheizt, ging die Arbeit nur langsam voran.

Aber gut, dass die Farbe runter ist. Darunter kam die ein oder andere Baustelle zum Vorschein. Mit der Beratung durch den Bootsbauer wurde ein Zeitplan für die nächsten Jahre überlegt. In diesem Jahr hat er die drei vorderen Wrangen ersetzt und einige Spanten repariert. Zusätzlich wurden einige Macken am Aufbau, der Fußleiste und am Mast ausgebessert und anschließend lackiert. Gut, dass ich mit Detlef einen versierten Profi habe, der die Arbeiten perfekt umsetzen kann. Auch das Ruderblatt, die Pinne und der Baum haben eine Auffrischung bekommen. Und natürlich hat das Über- und Unterwasserschiff eine neue Schicht erhalten. Aber das optische Highlight ist die nun vollständig vergoldete Göhl auf beiden Seiten.

Wenn alles fertig ist, erstrahlt Flyt passend zum 75jährigem Jubiläumsjahr der Hansajollen. Im Sommer soll es dafür dann zum Deutschlandpokal auf die Alster gehen. Ich freue mich schon drauf.

Winter an Oste und Elbe

Mitte Februar, es ist nicht wirklich Winter, der Frühling ist aber auch noch weit weg. Die Hansajolle liegt auch noch im Schuppen und wartet auf die Winterarbeiten. Bisher ist noch nichts gemacht, aber in zwei Wochen über das Karnevalswochenende wird es losgehen. Bis dahin heißt es warten und bei langen Spaziergängen die kühle Luft und die ersten zarten Sonnenstrahlen genießen. Gefühlt waren es die ersten in diesem Jahr, nach dem grauen Januar…

Winterlager 2021/2022

Bisher liegt Flyt hoch und trocken im Winterlager. Das Boot steht geschützt in einer Garage unter der Plane. Der Vorteil ist die gute Durchlüftung und der offene Boden. Damit kann das Boot gut trocknen, wird aber nicht übermäßig austrocknen. Gleichzeitig ist es gut geschützt gegen Feuchtigkeit von oben.

Bisher wurde am Boot noch nichts gemacht. Gestern habe ich mit einer Kleinigkeit begonnen und sämtliche Bodenbretter angeschliffen und lackiert. Zumindest ein erster Einstieg…

Winterlager 2020

Wie immer, eigentlich dachte ich ich es sind nur Kleinigkeiten. Dann dauert es doch Wochen, bis das Boot fertig wurde. Hinterher war ich aber sehr froh, dass alles erledigt war.

In den letzten Jahren platzte in der Bilge immer wieder etwas von der alten Farbe ab. Wie sich später herausstellte, waren es insgesamt drei Farbschichten, die sich auf dem Holz befanden. Neben der originalen Bleimennige und der darüber liegenden roten Farbe hatte einer der Vorbesitzer noch eine einfache grau Farbe gemalt. Diese hatte kaum Halt und löste sich. Die Reste sammelten sich dann gerne in den Speigatten der Bodenwrangen und verhinderten einen sauberen Fluss von eingedrungenem Wasser. Das Trockenhalten der Bilge war dadurch sehr schwer. Bewaffnet mit Abzieher und Heißluftfön war das Entfernen zwischen den Wrangen und Spanten eine langwierige Fummelarbeit. Aber es hat sich gelohnt, der Blick aufs Holz ist wieder frei. Jetzt lassen sich etwaige Schwachstellen zeitig erkennen. Mit einem Schutz vor Fäule und Wasser versehen kann die Bilge nun so bleiben. Gleichzeitg wurden dann gleich auch alle Leisten und festen Bretter im Bodenbereich ausgebessert und neu lackiert.

Neben dem jährlichen Über- und Unterwasseranstrich haben auch die Zierleiste an Deck und die Fußleiste einen neuen Anstrich erhalten. Die Scheuerleiste wurde ja durch eine Teakleiste ersetzt und ist seit dem sehr pflegeleicht. Der Mast erstrahlt ebenfalls in neuem Glanz. Dies betrifft in besonderem Maße auch den Baum. Dieser war schon immer krumm wie eine Banane. Sowohl in horizontaler als auch vertikaler Richtung. Beim Segeln merkte man dies deutlich. Da der Baum noch weitere Macken hatte, lohnte eine neuerliche Reparatur nicht mehr wirklich. Kurzerhand gab es dann direkt einen neuen Baum. Den Unterschied sieht man deutlich…

Nachdem alle Arbeiten fertig wurden, konnte Flyt wieder in die Oste gesetzt werden. Die letzten Tage mit trockenem Ostwind haben an einigen Stellen die Planken etwas auseinander gehen lassen. Somit wurde die halbstündige Fahrt von der Sliprampe zum Steg nicht langweilig und musste durch regelmäßiges Pumpen begleitet werden.

Das Coronajahr 2020

Viel Zeit zum Segeln gab es in 2020 leider nicht. Corona hat uns alle fest im Griff und die Einschränkungen betreffen auch die Segler. Seit diesem Jahr liegt mein Boot nun fest an der Oste und hat Münster und den Aasee verlassen. Das Segelrevier auf der Elbe ist für die Hansajolle doch besser geeignet als der kleine Aasee.

Deutschlandpokal der Hansajollen 2019

Dieses Jahr fand das Jahrestreffen der Hansajollen auf der Ostsee statt. Im Rahmen der vom Freundeskreis klassischer Yachten unterstützten Max-Oertz-Regatta starteten insgesamt 12 Hansajollen zur jährlichen Regatta. Austragungsort des zum 19. Mal stattfinden Klassiker-Treffens ist der Stadthafen von Neustadt/Holstein. Das Ambiente im alten Stadthafen und die Organisation des Teams vor Ort waren perfekt und es hat viel Spaß gemacht. Am ersten Wettfahrttag gab es zwei Up- and Downkurse. Dieslief bei uns richtig gut und wir wurden am Ende 6. der 12 Boote. Auf Grund des Windes mit zum Teil 5bft konnten zwei Hansajollen unter anderem anderem wegen eines Verlustes des Mastes die zweite Wettfahrt nicht zu Ende segeln.

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Aufriggen

Eine halbe Stunde hat die kleine Tauchpumpe gebraucht. Es war doch einiges an Wasser im Boot. Den ganzen Samstag ist Wasser nachgelaufen und auch heute war Flyt noch nicht wieder ganz dicht. Es bildete sich nach dem Abpumpen aber nur ein kleiner Rinnsal. Dies wird nächste Woche auch noch verschwunden sein. „Aufriggen“ weiterlesen