Sommertörn Rund Fynen 2026

2024 hatte ich bereits einen Versuch unternommen, Dänemark im Allgemeinen und die dänische Südesee im Besonderen mit Flyt zu bereisen. Der geplante Zeitraum war kurz und das Wetter damals insgesamt nicht besonders, sodass es damals nur ein kurzer Ausflug wurde. Ich hatte mir vorgenommen, dies ein andernmal erneut zu versuchen. In diesem Jahr habe ich mir in Absprache mit der Familie mehr Zeit ermöglicht und einen Törn für drei bis vier Wochen freigehalten. Zur Auswahl standen die nord- und ostfriesischen Inseln oder eben wieder einmal Dänemark. Bis zum Schluss war ich unentschieden, wohin ich fahren wollte. Das Wetter sollte spontan den Ausschlag geben. Letztlich war es aber ein Podcast, der die Entscheidung herbeiführte. Die Interviewte sprach über ihre Reiseabenteuer per Rad und berichtete begeistert darüber, immer wieder Neues kennengelernt zu haben und die Freude darüber, sich immer wieder darauf einzulassen. Diese Haltung hat mich schließlich überzeugt, das zu machen, was ich noch nicht kenne.

Der grobe Plan war demnach klar, es wird rund Fynen gehen. Eine konkrete Törnplanung habe ich bewusst nicht vorher gemacht. Jeden Abend wurde erst entschieden, wohin es am nächsten Morgen geht. Abhängig von Windrichtung und Stärke, aber auch von Lust und Laune erfolgte täglich die Planung. In der ersten Woche fiel mir dies sehr schwer, mich darauf einzulassen. Gerne hätte ich den ganzen Törn schon durchgeplant. Hinterher war es umso schöner (und sinnvoller), immer wieder spontan umzuentscheiden.

Los geht es am 10.07.26 mit dem Verladen des Bootes auf den Trailer. Der Nord-Ostsee-Kanal macht mit meinem elektrischen Außenborder keinen Sinn und auf die Gelegenheit, im Schlepp mitgenommen zu werden möchte ich mich nicht verlassen. Also bringe ich das Boot auf dem Landweg nach Kiel-Schilksee. Dort kann ich den Trailer für die nächsten fünf Wochen kostenfrei auf einem öffentlichen Parkplatz abstellen. Dann kann ich mit Flyt Mitte August auch noch an den GermanClassics in Laboe teilnehmen. Wenn das Boot schon einmal hier liegt, ist das eine passende Möglichkeit ohne zusätzlichen Transport.

Leider spielt die Tide nicht so mit, wie ich es gerne hätte. Der Wind treibt das Wasser aus der Oste und das Hochwasser läuft nicht soweit auf, wie es sonst üblich ist. Das Slippen, was sonst ohne Probleme klappt, gestaltet sich diesmal schwierig. Nach diesem Foto läuft es zwar noch etwas mehr auf, aber ich muss Flyt mit der Winde und ordentlich Kraft auf den Trailer ziehen. Es klappt, was ich aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß, leider nicht ohne Schaden. Dazu später mehr. Der Transport nach Kiel und das Abslippen hingegen verlaufen ohne Schwierigkeiten und nachdem ich den Wagen wieder in Balje habe und am nächsten Tag per Zug und Förde-Fähren zurück in Schilksee bin, kann die Reise starten. Da es abends noch lange hell bleibt und ich Schilksee für einen längeren Aufenthalt nicht sehr schön finde, verlasse ich gegen 16.00 Uhr den Hafen Richtung Schleimünde. Der Wind bewegt sich am unteren Ende der Skala und zwischendurch überlege ich bereits Alternativen. Aber gegen Abend briest es ein wenig auf, sodass ich das Ziel Schleimünde um 23.30 Uhr erreiche. Was ich nicht berücksichtigt habe ist der Wochentag. Es ist Samstag, bestes Wetter und der Hafen ist entsprechend voll. Trotzdem fahre ich frohen Mutes mit meinem kleinen Boot in den Hafen. Schleimünde ist schließlich ein besonderer Ort und die Gemeinschaft immer hilfsbereit. Irgendwo werde ich schon unterkommen. In einigen Cockpits sitzen noch ein paar Menschen, aber nirgendwo rührt sich etwas als Zeichen des Willkommens. Selbst hinter dem kleinen nördlichen Steg ist alles voll und eine Einladung per Fender zum Päckchen ist auch nicht auszumachen. Nach der dritten Ehrenrunde im Hafen gebe ich auf und verlasse Schleimünde Richtung Massholm. Da das letzte Büchsenlicht nun auch weg ist bleibt als Alternative nur das Ankern im Noor. Auch dort liegen bereits viele Boote und ich lege mich etwas abseits vor Anker. Schnell noch das Ankerlicht an, einen ersten Anlegeschluck für Rassmus und mich genommen und dann verschwinde ich in der Koje. Am nächsten Morgen werde ich im Morgengrauen wach und stelle beim Rundumblick fest, dass ich verdammt viel Glück hatte und ein Blick in die Seekarte durchaus sinnvoll gewesen wäre. Da ich schon häufiger hier war, hatte ich das für nicht notwendig gehalten. Ich ankere knapp neben einer Untiefe, die nur mit einem Stein an der Oberfläche sichtbar ist und mitten im Ankerverbot auf eine Stromleitung. Schnell lichte ich den Anker und verhole mich einige hundert Meter weiter ins Noor. Danach schläft es sich noch einmal so gut. Am späten Vormittag verhole ich mich zur Modersitzki-Werft, um den leeren Akku vom Außenborder zu laden, mir die Beine zu vertreten und einen Tag in Massholm zu genießen.

Am Montagmorgen ist alles vorbereitet, der Akku wieder voll und die Gastlandflagge gesetzt. Ein Ziel für diese Reise war es, nur neue Häfen anzulaufen. Insofern weist der Weg nach Norden weder durch den Als-Sund noch Richtung Marstal, sondern als erster Hafen in Dänemark wird Mommark angelaufen. Als ehemaliger Fährhafen früher nicht als erste Wahl angesehen, hat er sich in den letzten Jahren zu einem schönen Spot entwickelt. Beim Einlaufen wird mir von einer deutschen Crew gleich ein freier Platz signalisiert und die Leine beim Anlegen angenommen. So hatte ich mir das eigentlich in Schleimünde gedacht. Aber gut, es geht doch! Der Hafenmeister freut sich beim Kontakt über das schöne Boot, hat aber Einwände gegen den Liegeplatz. Hocherfreut nimmt er mein Angebot an, in eine kleinere Box weiter im Hafen zu verlegen, die für größere Boote schlechter zu erreichen ist. Das bringt mir natürlich Pluspunkte ein und ich darf jederzeit wiederkommen. Dies ist Anlass für mich, ab sofort vorm Einlaufen in meinem bevorzugten Hafen per Karten-App zu schauen, wo die kleinen Boote liegen, um diese Plätze gezielt anzulaufen. Für die Hauptsaison in Dänemark und den derzeit sehr vollen Häfen sollte dies die richtige Strategie für die nächsten Tage sein.

Das erste Softeis (von vielen zukünftigen), eine Pølse mit Bier, ausgiebiges Schwimmen und das Trompetensolo des Hafenmeisters zum Sonnenuntergang runden den Tag ab. Nächstes Ziel ist die Insel Lyø. Schon bei der Einfahrt in den Sund hinter der Insel fällt mir das große Feld der Ankerlieger auf. Beim abendlichen Spaziergang an der Wasserkante mache ich mir den Spaß und zähle insgesamt 65 Boote unterschiedlicher Größe. Entsprechend voll ist es im Hafen. Aber der entscheidende Tipp kam vom Hafenmeister in Mommark. Er empfahl mir mit meinem Tiefgang von 50 cm außen um den Hafen herum zu fahren und von hinten bei den kleinen Motorbooten einen Platz zu suchen. Hier waren noch etliche Boxen frei und ich liege sehr zentral und mit bestem Blick zum Land in einer der vielen freien Boxen. Der Gang über die Insel ist wunderschön mit kleinen Pausen für einen Kaffee zwischendurch. Beim Købmand erstehe ich Räucherfisch fürs Abendessen an Bord. Den Sonnenuntergang genieße ich bei einem weiteren Spaziergang zum Schutzgebiet an der nordöstlichen Ecke der Insel.

Am nächsten Morgen möchte ich das überfüllte Lyø schnell verlassen. Nach dem Trubel sehnt es mich nach Ruhe. Die nächste Empfehlung lautet in den Nørrefjord zu segeln und hinter einer der Inseln zu ankern. Bei meist achterlichem und auffrischendem Wind geht es an Faldsled vorbei zum Ankerplatz. In kurzer Entfernung zum Ufer endet der Abend mit Lesen und Schwimmen. Das Wasser ist so klar, dass ich gezielt auf einer Sandfläche zu liegen komme und einmal ums Boot im hüfthohen Wasser spazieren kann.

Auf einem der Bilder ist die neue Pinnensteuerung zu sehen. Im letzten Winter hat sich Detlef Gedanken gemacht, wie man auf einer Hansa-Jolle die Montagesituation lösen kann. Laut Herstellerangaben soll der Actuator im rechten Winkel zur Pinne montiert werden. Die gefundene Lösung hat sich in diesem Urlaub mehr als bewährt. Zum einen ist die Steuerung sehr praktisch zu montieren und demontieren, zum anderen sind alle Elemente sehr unauffällig installiert. Ich werde dazu noch einen eigenen Beitrag schreiben.

So schön wie der Abend am Ankerplatz war, ist er auch am darauf folgenden Morgen. Mit einem Bad in der Ostsee und einmal ums Boot schwimmen starte ich in den Tag. Der Wind lässt sich weiterhin nur sehr schwach blicken, dafür brezelt die Sonne umso stärker vom Himmel. Deswegen ist der heute geplante Weg eher kurz, die Insel Årø auf dem Weg zur Nordspitze von Fynen. Mit meinem kleinen Boot bekomme ich ganz hinten in der Ecke einen schönen Platz. Die Hafenbude ersetzt heute den Kocher und ein langer Spaziergang über die Insel führt schnell an allen Sehenswürdigkeiten vorbei.

Spannend für mich war die Anlage eines Weingutes auf der Insel. Auf dem zweiten Foto sieht man, dass dies nicht nur ein kleines Hobby bleibt, sondern größere Ausmaße annimmt. Der nächste Tag startet mit Windstille. Auch nach einem weiteren Spaziergang ändert sich daran nur wenig. Ab dem darauffolgenden Tag soll sich dies allerdings für die nächsten Zeit deutlich ändern. Da ich dies nicht auf der kleinen Insel verbringen möchte, beschließe ich den Außenborder zu nutzen, um nach Middelfart zu kommen. Der Ort ist größer und bietet auch die Möglichkeit zu einem Ausflug nach Odense.

Im Päckchen finde ich einen schönen Platz am ersten Steg. Mit meinem Nachbarn komme ich abends über Gott und die Welt ins Gespräch. Eine sehr nette Abwechslung von den ruhigen Abenden vor Anker. Der Tagesausflug nach Odense ist wunderschön. Die Bahnstrecke dorthin wird grundlegend neu gebaut und der Schienenersatzverkehr ist vorbildlich angelegt. Auch als Auswärtiger findet man sich sofort zurecht. In Odense hat mir insbesondere das alte Hafenviertel gefallen. Ein Freibad im Hafenbecken, die alte zur Streetfoodhalle umgebaute Markthalle und die vielen netten Häuser in der Innenstadt bieten alles, was man an Dänemark lieben kann. Das beste Café der letzten Jahre habe ich auch durch Zufall in einem Hinterhof entdeckt. Hier lässt sich nachmittags die aufkommende Hitze gut ertragen.

Aber auch Middelfart hat einiges zu bieten. Die Museumswerft ist durch einen Kleinkunstmarkt am heutigen Sonntag gut belebt und ich komme in Kontakt mit einigen Freiwilligen, die gerade an der Restaurierung einer wunderschönen BB17 sitzen. Am Gammle Havn gibt es dann die typisch dänische Frokost in Form eines großen Brotes mit geräuchertem Aal und Kaviar.

Der Wind wird laut Prognose auch in den nächsten Tagen eher stark bleiben, sodass ich nicht mit meiner Hansa-Jolle um die Nordspitze komme. Länger als die drei Nächte möchte ich aber auch nicht bleiben. Und so entscheide ich spontan (wie am Anfang der Tour vorgesehen), an diesem Morgen den Rückweg anzutreten. Vielleicht klappt es ja anders herum. Auf der Museumswerft hatte ich erfahren, dass sich die dänische Klassikerszene derzeit zur Regatta „Fyn Rundt“ trifft. Heute Abend soll die Regatta in Haderslev Startion machen. Für mich ein spannendes Ziel und somit steht der Kurs fest. Schon von weitem sieht man die ca. 150 Boote starke Flotte im kleinen Belt und zusammen mit den ersten Booten laufe ich in den Haderslev-Fjord ein. Ein wunderschönes Bild. Abends genieße ich die besondere Atmosphäre am Kai mit den wunderschönen alten Booten, der Musik und den anderen Aktivitäten rund um die Regatta.

Von Haderslev geht es weiter vorbei an Årø zurück Richtung Dyvig. Als ich morgens aufstehe, ist die Klassikerflotte schon weitergezogen. Im Programm lese ich, dass bereits um 07.00 Uhr der Start war. Zu dieser Zeit habe ich noch tief und fest geschlafen. Nach einem Einkauf im nahegelegenen Brugsen gehts los. In der Enge vor Årø komme ich phasenweise überhaupt nicht mehr voran. Zum einen ist der Wind fast eingeschlafen, zum anderen steht ein erstaunlicher Strom in der Enge. Letztendlich beendet der Außenborder das aussichtslose Kreuzen und bringt mich auf der anderen Seite der Enge wieder in breiteres Fahrwasser. Die Windstille hat nur den Winddreher angekündigt, der anschließend sportlichen Wind mit 5 Bft. bringt. Da er aus westlicher Richtung kommt, baut sich unerwartet schnell eine ordentliche Welle aus der Bucht von Aabenraa auf und lässt den Ritt in die Mjelsvig noch sportlich erscheinen. Abends genieße ich das familiäre und ruhige Ambiente in dem kleinen Hafen. Mit dem Rad mache ich am nächsten Tag einen Ausflug über die Insel, besuche das Schloss in Nordborg und statte auch dem Hafen vor dem Badhotel in der Dyvig einen Besuch ab. Der Hafen hat seinen ursprünglichen Charme aus meiner Sicht vollkommen verloren. Nur noch große Boote und vollkommen überfüllt. Die kleine Bude am Steg existiert auch nicht mehr. Dies ist ein Ort, an dem man sein Geld zeigen möchte, nichts für mich. Wie schön ist dagegen das Idyll in der Mjelsvig.

Die Tage in der Mjelsvig waren richtig nett. Trotzdem geht es nun mit achterlichem Wind einmal quer über den kleinen Belt nach Avernakø. Nach dem langen Segeltag gönne ich mir abends an der Strandbude ein Essen. Die einfach aussehende Bude erweist sich im Nachhinein als kleiner Gourmet-Tempel. Bei Seeteufelbäckchen auf Maismuß mit neuen Kartoffeln in einer sehr schmackhaften Soße genieße ich den sommerlichen Abend. Die Qualität ist wirklich vergleichbar mit dem Erbstück von Sven, die Preise aber auch…

Nächster Stopp ist Ærøskøbing. Der Ort ist sehr niedlich und entspricht dem typischen Klischee von Dänemark. Ein ausführlicher Spaziergang durch den Ort endet in dem zweitbesten Café dieser Reise. Ich komme mit meinem Tischnachbarn ins Gespräch, der, wie sich später herausstellt, der Betreiber der Marina in Sonvik ist und damit mein Treffen mit meiner Frau in Flensburg idealerweise bestens vorbereitet hat. Der Kuchen im Café ist dermaßen toll, dass ich keinerlei Stückchen meinem Tischnachbarn abgeben möchte. Auch dieses Café ist für das nächste Mal abgespeichert.

Der Wind hat mal wieder auf seine Stammrichtung aus West gedreht und lädt damit ein, an Svendborg vorbei ins empfohlene Lundeborg an der Ostküste von Fynen zu segeln. Vielleicht klappt es ja noch mit der Umrundung von Fynen. Lundeborg ist für mich bisher der enttäuschendste Hafen. Voll, laut und außerhalb des Hafens nichts los. Ich bleibe nur eine Nacht und segel doch wieder Richtung Süden. Der Wind lässt eine Rundung von Fynen dieses Mal nicht zu. Auf dem Hinweg habe ich direkt hinter Svendborg eine Abkürzung durch den Thurø Bund genommen. Da ich den Mast in fünf Minuten schnell legen kann, war es kein Problem unter der festen Brücke durchzufahren. Da dieser Weg den großen Yachten vorenthalten ist, konnte ich die abgeschiedene Idylle dort genießen. Dabei fielen mir ein paar kleine Stege auf, an denen man sicherlich einen Platz für mein kleines Boot hat. Ein Bus fährt von dort regelmäßig nach Svendborg, sodass ich mich nicht um einen Platz im überfüllten Stadthafen kümmern muss. Und genauso klappt es dann auch. In einem kleinen Club mit nur wenigen Booten liege ich ganz außen am Steg mit einem phantastischen Blick übers Wasser. Die Außenlage erweist sich leider in der Nacht als Pferdefuß. Mit auffrischendem Wind und einer gegenläufigen Strömung, wie ich sie dort nicht erwartet habe, wird das Gewässer bockig und ich mache die ganze Nacht kein Auge zu. Neben dem Schaukeln des Bootes klatschen auch noch die Wellen ans Heck. Am nächsten Morgen verhole ich erstmal in eine geschützte Box. Das nächste Mal muss ich besser auf Windrichtung und Stärke achten.

Zwei Nächte bleibe ich in dem kleinen Hafen und verbringe den weiteren Tag mit einem erneuten Besuch von Svendborg, lesen und Tee trinken. Das alles ist sehr erholsam und ich genieße das Treibenlassen. Am dritten Tag passt dann der Wind wieder zum Segeln und ich verlasse die Bucht ein weiteres Mal durch die Engstelle. Diesmal steht kein Angler 5 Meter neben der Fahrrinne im knietiefen Wasser wie beim ersten Mal. Vorsichtig navigiere ich durch die Rinne und bin bald wieder im offenen Wasser. Nach Rudkøbing komme ich sogar mit einem Schlag. Da der Wind erst nachmittags weniger werden soll, mache im alten Hafen für eine Pause fest. Der Ort ist wider Erwarten sehr nett und ich mache einen Spaziergang durch den Ort und Hafen. Ein obligatorisches Softeis darf dabei natürlich nicht fehlen. Bis zum nächsten Ziel Strynø muss ich dann aber doch aufkreuzen. Zu Beginn ist dies wegen des engen Fahrwassers erst anstrengend und die vielen Fähren, die meinen Weg kreuzen, machen es nicht einfacher. Die Insel ist aus meiner Sicht unspektakulär, ich habe nicht einmal Fotos gemacht. Wie immer finde ich einen schönen Platz irgendwo hinten in der Ecke.

Dafür ist der nächste Stopp wieder ein Highlight. Er ist nicht weit weg, aber dafür umso schöner. Hjortø ist so ganz nach meinem Geschmack: kleiner Hafen ohne große Boote, viel Natur drumherum und sehr viel Ruhe. Mit der Besatzung des nebenan liegenden Folkebootes ergibt sich ein sehr nettes Gespräch über gemeinsame Bekannte und gleiche Ideen vom Segeln. Am Abend noch eine Runde schwimmen im Hafen mit rein- und rausschwimmen aus der Einfahrt. Der Sonnenuntergang von der Hafenmole aus zaubert eine wunderschöne Stimmung. Besonders ist auch die Fähre, die von Svendborg aus verkehrt. Es passt exakt ein Auto auf das Schiff und muss rechtzeitig angemeldet werden. Aber für die drei ständigen Bewohner der Insel sollte das ausreichend sein. Am nächsten Morgen brechen beide Boote schon um 7.00 Uhr auf. Es soll sehr heiß werden und nachmittags eventuell einen kleinen Umschwung geben. Bis dahin möchte ich in Faaborg sein.

Faaborg wiederum ist ein schönes kleines Städtchen. Nachmittags wird die Hitze unerträglich und ein Besuch im klimatisierten Museum ist dafür genau der richtige Ausgleich. Hier entdecke ich das dritte hervorragende Café mit extrem leckeren kleinen Küchlein, wie ich sie aus Waltrop kenne. Sehr zu empfehlen! Räucherfisch aus der Hafenbude mit Lachssalat und hausgemachter Remoulade werden mit Kartoffeln an Bord ergänzt. Sehr lecker.

Ab jetzt gehen die Überlegungen wieder an die Rückkehr. Mit meiner Frau habe ich vereinbart, dass wir uns in ein paar Tagen in Flensburg treffen. Mein Urlaub geht damit so langsam zu Ende, ihrer startet erst. Der Wind passt mit seinen nördlichen Richtungen gut, um an die Ostseite der Insel Als zu kommen. Auch wenn mir der Hafen von Mommark gut gefallen hat und ich gerne noch in dem Restaurant essen gegangen wäre, wollte ich mich trotzdem an meine Idee halten und keinen Hafen doppelt anlaufen. So ist das nächste Ziel Fynshav. Wäre ich doch lieber nach Mommark gefahren. Der zugewiesene Liegeplatz ist nicht besonders schön, da der Hafen wegen eines Hafenfestes am nächsten Tag schon sehr voll ist. Erst später bemerke ich, dass ganz hinten die schönen Plätze für kleine Boote sind. Da hätte ich viel schöner gelegen. Aber zum erneuten Verholen hatte ich keine Lust. Der Ort ist keine Besonderheit und insofern bleibe ich zum Lesen an Bord und gehe früh schlafen. Am nächsten Morgen möchte ich um die Südspitze von Als herum segeln und dann Richtung Gelting kommen.

Mit frischem Wind und sportlichem Segeln erreiche ich nachmittags Wackerballig. Das Restaurant auf dem Steg existiert derzeit nicht, sodass ich einen größeren Spaziergang Richtung Gelting-Mole mache und dort ein fantastisches Labskaus im Fähr-Cafe bekomme.

Damit Fynshav nicht der letzte dänische Hafen war, mache ich am nächsten Tag noch einen Abstecher nach Sonderborg zur Mittagspause. Am Hafen gibt es ein letztes Pølser und ein Softeis. Anschließend schaue ich, wie weit ich noch in die Flensburger Förde komme. Ich habe wenig geankert, also suche ich mir zum Abschluss noch eine schöne geschützte Bucht für die letzte Nacht. Eine erste Idee waren die Ochseninseln. Vorher sah ich aber eine kleine Bucht auf Höhe von Stranderød. Diese bietet gegen den nördlichen und nachts auf Ost drehenden Wind den perfekten Schutz. Schwimmen und genießen sind die Höhepunkte an diesem Abend.

Der letzte Schlag nach Flensburg zur Marina Sonvig ist am nächsten Tag schnell erledigt. Zusammen mit meiner Frau segeln wir nachmittags noch einmal nach Stranderød zurück, um vor Anker zu liegen und eine Runde zu schwimmen. Leider streikt genau jetzt der neue Einflammen-Kocher und der Tee fällt aus. Wie ärgerlich. Dafür entschädigt am nächsten Tag der Spaziergang durch Flensburg durch die vielen schönen Hinterhöfe.

Eigentlich sollte es ab Flensburg auf eigenem Kiel nach Laboe gehen, um das Boot dort für eine Woche bis zum Beginn der GermanClassics 2026 zu parken. Anhaltend starker Wind oberhalb von 5 Bft. verhindern aber diesen Plan. Wie gut, dass man Flyt leicht trailern kann. Ich hole deswegen mit meinem Auto den Trailer aus Schilksee und verlade es in Sonvig mit dem Kran, um es auf dem Landweg dorthin zu transportieren. Das Kranen klappt dank des erfahrenen Mitarbeiters auch ohne Probleme. Dabei sehen wir aber beide zwei riesengroße Schrammen am Unterwasserschiff, die parallel zum Kiel verlaufen. Detlef bringt mich per Ferndiagnose auf die richtige Fährte. Beim Slippen mit dem fehlenden Wasser in der Oste habe ich den Rumpf über die beiden Befestigungsschrauben der Führungsräder am Trailer gezogen. Diese haben die hässlichen Spuren hinterlassen. Sehr ärgerlich! Aber nun bleibt es so bis zum Winter, dann muss das überarbeitet werden. In Schilksee gehts über die Rampe wieder ins Wasser und von dort über die Förde nach Laboe. Ich bin gespannt, wie die Tage auf der Regatta werden. Hierfür hat mein Sohn das erste Mal an Bord angeheuert.

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